### Staatsmeisterschaften Marathon ###

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Wer hätte gedacht, dass der Österreichische Leichtathletikverband heuer alle Staatsmeisterschaften in diesem COVID-19-Jahr veranstaltet und durchbringt? Vermutlich nur wenige. Jedoch fand vergangenen Sonntag auf der Prater Hauptallee in Wien die letzte noch ausstehende Entscheidung statt. Jeder der 100 gemeldeten Athletinnen und Athleten musste einen morgendlichen Corona-Schnelltest absolvieren. Das Teilnehmerfeld war gespickt mit großen Namen der österreichischen Leichtathletik-Szene. Die Streckenführung verlief über einen 7 km langen Kurs, welcher sechsmal zu durchlaufen war. Ein Teil des Kurses war nicht zuletzt Austragungsort des Breaking 2 Weltrekord Marathon Projekts von INEOS. Wenn die Strecke einen Weltrekord beherbergt, sollten alle Vorzeichen auf ein schnelles Rennen hindeuten. Bei knackigen 2 Grad Außentemperatur gingen für den CLR Sauwald Langdistanz Spezialist Lukas Oberhauser und die beiden Triathleten Alexander Krippner und Thomas Mayr an den Start. Für Lukas, der im Frühjahr beim Wings4Life Worldrun bereits mit einer Distanz über 56 km seine Klasse auf der Langdistanz unter Beweis stellen konnte, war es offiziell sein Marathondebüt. Auch Alexander „Oleg“ Krippner versuchte sich 2019 bereits über die 42,195 Kilometer, jedoch endete dieses Projekt „vorzeitig“ 150 Meter vor dem Ziel mit einem Kollaps. Schlussendlich war Thomas der einzige Athlet des CLR-Trios, der im Vorfeld einen offiziellen Marathon gefinisht hat. Nach einer sehr relaxten Startphase für einen Marathon waren die Positionen schnell bezogen. Lukas konnte unbeirrt von der Tempoeskalation seiner Mitstreiter eine solide Pace von 3:45 min/km etablieren, auch wenn dies bedeutete, dass er großteils allein auf weiter Flur den Prater entlangglühte. Alexander wurde wie beim erfolgreichen Halbmarathon sein Trainer und Vereinskollege Thomas zur Seite gestellt, um sich erstens nicht bei den Runden zu verzählen und zweitens das Rennen nicht zu schnell zu eröffnen. Schnell fanden sich die beiden in einer Traube von Läufern wieder, welche ein Tempo von 3:55 min/km anschlugen. Eine besondere Herausforderung bei einem Marathon ist die Verpflegung. Schnell wurde nach der ersten Runde klar, dass die Getränketemperatur der ausgegebenen Verpflegung eher einem „glesch koidn“ Baumgartner Bier glich, als einem wettkampftauglichen Getränk. Unbeirrt davon konnten die Runden mit rekordverdächtiger Konstanz abgearbeitet werden. Bis Runde 5 lag bei Alexander und Thomas lediglich eine Zeitdifferenz von 7 Sekunden, bezogen auf die schnellste und langsamste Runde, vor. Diese Konstanz in der Tempoführung machte sich bezahlt. Läufer um Läufer wurden überholt, ohne zu viele Körner zu verschießen. Durch das Aussteigen einiger Topathleten wurden die Karten für die Mannschaftswertung bei dieser Staatsmeisterschaft neu gemischt. Während dem Rennen erhielt das Trio die Information, dass eine Medaille in der Mannschaftswertung möglich ist, sollten alle drei Athleten vom CLR Sauwald die Ziellinie überqueren. Lukas machte den Anfang und löste die Zielzeitnehmung bei sagenhaften 2:36:48 aus. Das bedeutete nicht nur Rang 10 bei den Staatsmeisterschaften, sondern auch den Vize-Landesmeistertitel hinter dem Staatsmeister Isaac Toroitich Kosgei. Nicht einmal 10 Minuten später rechnete Alexander „Oleg“ Krippner mit der Marathondistanz ab. Nach einem Marathon-Supergau im Vorjahr lief Oleg in souveräner Manier mit 2:44:53 ins Ziel. Interessantes Detail am Rande: Diese Zeit von 2:44:53 ist die zehntschnellste jemals von einem österreichischen U-23 Athleten gelaufene Zeit, und das mit 19 Jahren. Nur 24 Sekunden später erreichte sein Tempomacher Thomas Mayr mit einer Endzeit von 2:45:17 das Ziel. Die Einzelleistungen des Trios waren schon herausragend, aber die Teamleistung war sensationell. Nur ein einziger Verein (LTV Köflach, Stmk.) stellte 3 schnellere Athleten als der CLR Sauwald. Folglich konnte der Vize-Staatsmeistertitel in der Mannschaft mit in den Sauwald genommen werden.

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