RACE AROUND AUSTRIA 2020

 Seit vergangenem Sonntag ist das Race Around Austria 2020 in den Geschichtsbüchern und der CLR Sauwald konnte seine Erfolgsgeschichte dazu beitragen. Dieses Jahr stellten wir mit Constantin Rieder einen Teilnehmer auf der Challenge Strecke (560km, 6800Hm) und mit Markus Eichinger und Amadeus Lobe ein 2er Team auf der Extreme-Strecke. Für alle drei galt es dabei, Neuland zu erkunden.

Constantin Rieder // Challenge // Platz 8
Constantin konnte durch eine sehr präzise Vorbereitung und der tollen Unterstützung seines guten Freundes Michael Eder und seiner hübschen Schwester eine sehr gute Leistung abrufen und bei einem unheimlich stark besetzten Starterfeld den tollen 8. Platz in der Gesamtwertung einholen. Nach einem kurzen Leistungseinbruch nach 7 absolvierten Stunden im Sattel (Professor Consl sucht immer noch nach dem Grund dafür) konnte er sich wieder gut erholen und in einen guten Rhythmus finden. Mit einer Zeit von 18 Stunden und 6 Minuten verabschiedete sich Constantin instantan in einen wohlverdienten Urlaub, wobei er es sich nicht nehmen ließ, seinen Teamkollegen Amadeus und Markus am Kühtai noch letzte motivierende Worte zukommen zulassen 😉

Wir gratulieren Felix Hermanutz und Wolfgang Krenn – Cycling zu den Plätzen 1 und 2 mit unfassbaren Zeiten deutlich unter 17 Stunden!

 

Amadeus Lobe & Markus Eichinger // RAA Extreme // Platz 1
Amadeus Lobe und Markus Eichinger stellten sich zum ersten Mal im 2er Team der 2200km langen Strecke um Österreich. Die zwei nicht unbeschriebenen Blätter (Sieg im 4er Team 2018 mit Christoph Mühringer und Patrik Harner) wurden dabei von einer 16-köpfigen perfekt organisierten Crew unter der Teamleitung von Bernhard Lindner und Martin Haas um Österreich betreut. Mit etwa 16.000 Trainingskilometern in den Beinen und der Erfahrung aus den vergangenen Jahren war es das erklärte Ziel, erneut den höchsten Punkt des Podestes zu erlangen und eine schnelle Zeit um Österreich abzuliefern. Dabei erwartete die beiden Radrennfahrer teilweise starker Gegenwind im Mühlviertel, extreme Temperaturen in den steilen und unrhythmischen Straßen der südsteirischen Weinstraße und schließlich enorme Niederschläge in Kombination mit starkem Gegenwind im berüchtigten Lesachtal.
Die Strategie, um eine sehr schnelle Zeit für dieses Ultraradrennen zu erreichen, war es, die Radfahrer mit sehr kurzen Wechselzyklen mit weniger als 20 Minuten Fahrzeit abwechselnd einzusetzen. Dies bewirkt eine minimale Ermüdung und Übersäuerung der Muskulatur, führt jedoch dazu, dass keine Schlafphasen durchgeführt werden können. Im gesamten Rennen wurde lediglich für zwei kurze Powernaps von dieser Strategie abgewichen, womit jedem der Fahrer nach knappen 3 Renntagen etwa eine Stunde Schlaf gegönnt wurde. Um diese physische und psychische Belastung so erträglich wie möglich zu machen und die Motivation hochzuhalten, spielte die Betreuermannschaft sämtliche Karten aus. So verwandelten sich die Betreuer Alexander Luger (aka Fatlegs) und Thomas Mayr teilweise in einen T-Rex oder einen Bananenmann, um die Athleten die steilen Berge in Tirol und Vorarlberg wie dem Großglockner, der Silvretta Hochalpenstraße, dem Faschinajoch oder dem Hochtannberg in Tirol und Vorarlberg hochzutreiben. Zusätzlich wurden die beiden durch die Allzeitklassiker von Gigi d´ Agostino und lustigen Anekdoten von Stefan Haas aufgeheitert. Neben Stefan Haas und Martin Haas komplettierte Dominik Haas (alle drei als Hoga bekannt) das Trio Infernale der Betreuermannschaft. Die Navigation und Rennplanung im Betreuerbus teilten sich die beiden Team Chef Urgesteine Bernhard Lindner und Philipp Berrer auf. Diese koordinierten zusätzlich sämtlichen Fahrerwechsel und die Auswahl des geeignetsten Rads für den nächsten Wechselzyklus (Rennrad oder Zeitfahrrad). Um den Rennradfahrern auch in den steilen Abfahrten mit dem Betreuerbus folgen zu können, wurde den Männern am Steuer als auch dem Fahrzeug alles abverlangt. Wie geschaffen für diese Aufgabe zeigte sich wieder einmal das Vater-Sohn Duo Hubert und Fabian Eichinger, welche sich die gesamte Strecke teilten. Schnell war klar, die Wertung für den schnellsten Betreuerbus in den technisch anspruchsvollsten Abschnitten geht eindeutig an das Team CLR Sauwald. Falls ihr also in den letzten Tagen einen Bus um Österreich fliegen habt sehen, dann saß wohl Bleifuß Fabs am Steuer, der bei der Auslegung der Straßenverkehrsordnung erheblichen Interpretationsspielraum aufzeigen konnte. So ist der Theorie, dass eine einfache Sperrline eher eine Empfehlung als eine Vorgabe ist, im Rennen doch einiges abzugewinnen 😉

 

Während dem gesamten Rennen hatten beide Radfahrer durchgehende Kommunikation mit dem Navigator im Pace Car, wodurch auch bei größeren Ermüdungserscheinungen komplizierte Verkehrssituationen wie etwa die Durchfahrt durch Innsbruck hervorragend gemeistert wurden. Zusätzlich wurde dadurch während dem Rennen die Zeitfahrposition in den flachen Passagen korrigiert (Kopf runter, Luftwiderstand verringern), auf eine effizientere Trittfrequenz hingewiesen oder die Kurvensituation in den Bergabstücken genau beschrieben, um diese so schnell wie möglich zu befahren. Mit der beinahe erschreckenden Streckenkenntnis des Teamchefs Martin Haas, der Erfahrung aus dem Jahr 2018 als Radfahrer von Patrik Harner und den Rallye-tauglichen Autofahrkünsten von Christian Laufer waren so nach etwa 50h Fahrzeit Geschwindigkeiten um die 90km/h bergab möglich. Ein kleiner Auszug der Kommunikation bei der Bergabfahrt des Hochtannbergs am Zeitfahrer durch Amadeus sah beispielsweise folgendermaßen aus:
Christian Laufer: Nächste Kurve mocht leicht zua, geh aus da Position!
Patrik Harner: Des geht se aus, bleib drauf. Rechte Fahrbahn ist trocken, bleib rechts! Hea ned aufn Christian, des is a Triathlet!
Amadeus in Gedanken: Da Patrik wead scho wissen wos i dua, i bleib bei 75km/h in da Position!
Nachdem die Radfahrer Markus und Amadeus auch nur Menschen sind, kamen mit fortlaufendem Renngeschehen neben den geistigen auch muskulären Ermüdungserscheinungen zum Vorschein. Mit einem Dauereinsatz von beinahe 45h von Christoph Mühringer zunächst als Betreuer und dann als Team-Physiotherapeut konnten jedoch auch diese bis zum Zieleinlauf unter Kontrolle gebracht werden. Nachdem sich gegen Rennende eine Zielzeit unter 3 Tagen als möglich errechnen lies, wurden ab Bischofshofen noch sämtliche Energiereserven aktiviert – die sogenannte zweite Luft. Mayr Thomas, selbst einer der schnellsten Triathleten Österreichs und Trainer vieler junger Talente, trieb die Radrennfahrer bis ans Maximum ihrer Leistungsfähigkeit während Fabian Eichinger dem Betreuerbus alles abverlangte. Dieser forderte jedoch für eine Teilnahme am RAA2021 zumindest ein Luftfahrwerk, ein sequentielles Schaltgetriebe, Hartschalensitze und einen 6-Punkt-Gurt 😊
Mit einem fulminanten Zeitfahrfeuerwerk konnten Markus und Amadeus am Ende nach 2 Tagen 23 Stunden und 45 Minuten und einem Schnitt von über 30km/h mit der zweitbesten Zeit (Bestzeit Strasser Christoph und Lukas Kienreich), die jemals auf dieser Strecke im 2er Team erreicht wurde, das Race Around Austria im 2er Team gewinnen. Überglücklich wurden die beiden mit einer Sektdusche und unzähligen Umarmungen von Vereinskollegen und der Betreuermannschaft im Ziel empfangen. Durch eine sensationelle Teamleistung, die Unterstützung von Freunden, Bekannten und Fans entlang der Strecke sowie von Sponsoren und Unterstützern vor- und nach dem Rennen konnte der CLR Sauwald wieder einmal zeigen, dass Ultraradsport im Innviertel auf sehr hohem Niveau betrieben wird. Auch wenn wir mit dieser Zeit vom Streckenrekord der Legende Christoph Strasser noch ein Stück entfernt sind, was die Betreuermannschaft betrifft spielen wir hier bestimmt schon in der selben Liga 😉
Zusätzlich erstmals am Race Around Austria dabei begleitete uns das Medienteam, gebildet aus dem schnellste Knipser im Wilden Westen Johnny S Phantom (Johannes Schlarp), dem Kameramann Roland Kieslinger, der zwar immer zu spät kommt und dennoch zur Richtigen Zeit am Richtigen Ort ist und dem angsteinflößende Fahrer des lautesten und ältesten Betreuerfahrzeugs des Race Around Austrias Gurti (Markus Gurtner), der der Grund dafür ist, dass Roland zur Richtigen Zeit am Richtigen Ort ist!
Abschließend Gratulieren wir allen Teilnehmern des Race Around Austrias, die sich – egal in welcher Konstellation – abgemüht und abgekämpft haben, um am Ende ein Stück Lebensgeschichte zu schreiben! Außerdem ein aufrichtiges DANKE an die Veranstalter dieses grandiosen Rennens, welche weltweit seines gleichen sucht!